Denkmaltag Rheinland-Pfalz 2019 in Lahnstein eröffnet

„Modern(e):Umbrüche in Kunst und Architektur“ hieß das Thema für den Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019 und erinnerte damit zugleich an die Gründung des Bauhauses in Weimar vor 100 Jahren.

Rund 420 Kulturdenkmäler öffneten an diesem Tag in Rheinland-Pfalz für zahlreiche Besucher ihre Pforten und ließen die große Bandbreite an Bauaufgaben und Architekturstilen erkennbar werden, die das bewegte 20. Jahrhundert in allen seinen Widersprüchen charakterisieren. Auch der von der Direktion Landesdenkmalpflege der GDKE veranstaltete Denkmaltag Rheinland-Pfalz lockte über 1000 Interessierte zu den über das Land verteilten, von Mitarbeitern der Denkmalbehörden angebotenen Führungen, in deren Mittelpunkt bemerkenswerte Denkmäler der jüngeren Vergangenheit und aktuelle Instandsetzungsmaßnahmen standen. Schauplatz der feierlichen Eröffnung des Denkmaltages war die 1971–73 erbaute Stadthalle in Lahnstein, die ebenfalls zu den „jungen“ Kulturdenkmälern gehört und erst kürzlich behutsam instandgesetzt wurde. In seiner Begrüßung berichtete Bürgermeister Dornbusch von den Bemühungen der Stadt um die Erhaltung der Halle, die mit ihrer künstlerischen Farbgestaltung von Otto Herbert Hajek ein unverwechselbares Symbol für den Zusammenschluss der Stadt Lahnstein im Jahre 1969 darstelle. Für die passende musikalische Stimmung der Siebziger Jahre sorgte das Lahnsteiner Trio Three Leaves.

Mit Blick auf die identitätsstiftende Bedeutung des kulturellen Erbes für das Land würdigte Kulturminister Prof. Dr. Konrad Wolf in seiner Ansprache besonders das große Engagement der Eigentümer und ehrenamtlichen Initiativen, von deren beachtlichen Leistungen sich die Öffentlichkeit an diesem Tage überzeugen könne. Mit dem Denkmaltag Rheinland-Pfalz biete sich für die Landesdenkmalpflege zugleich die Chance, ihre Perspektive als Fachbehörde sichtbar werden zu lassen. Durch die fachliche Betreuung und finanzielle Förderung von Maßnahmen an nichtstaatlichen Kulturdenkmälern nehme die Landesregierung ihre Verantwortung für deren Erhaltung wahr. Die zeitliche Spanne der Kulturdenkmäler reiche im Bundesland über 2000 Jahre – bis in die Römerzeit – zurück. Doch trügen auch die jüngeren Bauten des 20. Jahrhunderts in ihrer stilistischen Vielfalt maßgeblich zur historischen Selbstvergewisserung der Bürger und Bürgerinnen bei.

Aus Sicht der Landesdenkmalpflege begründete Dr. Alexandra Fink die architektonische Qualität der Stadthalle und ihren bemerkenswerten künstlerischen Anspruch, die es bei der 2018 abgeschlossenen, umfassenden Sanierung zu berücksichtigen galt. Bei der als Modellprojekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Maßnahme bildete die schonende Betoninstandsetzung unter Wahrung der charakteristischen Textur und Farbigkeit eine besondere Herausforderung, die zusammen mit dem Institut für Steinkonservierung mit Erfolg umgesetzt werden konnte.

Für die Bereitschaft und die Kooperation bei der gelungenen Instandsetzung sprach Generaldirektor Thomas Metz von der GDKE der Stadt Lahnstein seinen ausdrücklichen Dank aus. Dies gelte insbesondere im Hinblick darauf, dass sich das Bewusstsein für den Wert und die Bedeutung jüngerer Bauten in der Öffentlichkeit oftmals erst nach Jahrzehnten herausbilde. Diese Eigenschaften rechtzeitig zu erkennen und für sie zu werben sei eine wesentliche Aufgabe der Denkmalbehörden. Jedes Denkmal schaffe Erinnerungen, die sich gerade bei den Bauten der Nachkriegszeit oft noch mit persönlichen Erlebnissen verbinden.