Der „Schatz von Rülzheim“ kommt nach Koblenz: Ein hunnenzeitlicher Hort und ein weltweites Unikat

Der „Schatz von Rülzheim“, ein einmaliger Fundkomplex aus der späten Römischen Kaiserzeit, kam 2013 zu Tage. Er umfasst neben dem weltweit einzigartigen spätantiken Klappstuhl auch goldene Gewandapplikationen, zwei Silbergefäße, darunter eine außergewöhnliche Schale, sowie eine ganze Reihe weitere Objekte aus Silber und Gold.

Einige der Funde stammen aus römischer Produktion, während andere Bezüge in den hunnisch-ostgermanischen Kulturkreis zeigen.

Das Fundensemble wird vom 27. Juni 2019 an in der archäologischen Ausstellung „vorZEITEN – Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ im Landesmuseum Koblenz der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) in der Festung Ehrenbreitstein präsentiert.

Der Schatz wurde illegal und unsachgemäß durch einen Sondengänger ausgegraben, wobei irreparable Schäden an den Objekten entstanden und alle archäologisch relevanten Informationen an der Fundstelle vernichtet wurden. Auch die darauffolgende unsachgemäße Lagerung der Objekte durch den Raubgräber trug zur Beschleunigung der Verfallsprozesse bei. Erst im Zuge polizeilicher Ermittlungen wurden die Funde 2014 der Landesarchäologie übergeben. Kurze Zeit später wurden Teile des Schatzfundes im Landesmuseum Mainz und im Historischen Museum der Pfalz in Speyer der Öffentlichkeit präsentiert. 

Gerne möchten wir Ihnen den prominenten Neuzugang unserer vorZEITEN-Ausstellung im Rahmen eines Pressegesprächs präsentieren. Wir laden Sie herzlich dazu ein, am 26. Juni 2019, 11 Uhr, in der vorZEITEN-Ausstellung im Landesmuseum Koblenz im Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein.

Ein absolutes Highlight stellt der spätantike Klappstuhl dar, bei dem es sich um ein absolutes Unikat handelt. Weltweit ist kein weiterer Stuhl dieser Art erhalten und bislang waren Möbel dieser Art nur von antiken Abbildungen bekannt. Aber auch die historischen Hintergründe sind interessant: Der Schatz kam in der 1. Hälfte des 5. Jh. n. Chr. in den Boden, also in den bewegten Zeiten der Spätantike. Wer waren die letzten Besitzer?  Wie erklärt sich die heterogene Zusammensetzung aus „römischen“ und „hunnisch-ostgermanischen“ Funden? Warum wurden die wertvollen Gegenstände vergraben? Noch lange sind nicht alle Rätsel um den Hort von Rülzheim geklärt. In diesem Zusammenhang konnten in den vergangenen Monaten neue Erkenntnisse zum Aufbau des Stuhls gewonnen werden.

Erstmals wurde der Hort nach umfangreicher Restaurierung  2018 im Rahmen der bundesweiten Ausstellung „Bewegte Zeiten“ im Martin Gropius-Bau in Berlin gezeigt. Nun verbleibt er bis auf weiteres  im Landesmuseum Koblenz der GDKE Rheinland-Pfalz. 

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