Welterbe-Status für Bad Ems als Teil der „Great Spas of Europe“

Die „Great Spas of Europe“ unter Beteiligung von Bad Ems (Rheinland-Pfalz) sind vom Unesco-Komitee in die Liste des Welterbes aufgenommen worden. Die Nominierung wurde gemeinsam von Deutschland, Belgien, Frankreich, Italien, Österreich, dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland sowie der Tschechischen Republik vorbereitet, die das gesamte Projekt koordinierte.

„Für uns in Rheinland-Pfalz war Bad Ems immer schon etwas ganz Besonderes. Nun hat auch die Unesco die Schönheit und Bedeutung dieser Kurstadt anerkannt. Wir nehmen die damit verbundene Verantwortung gerne an und freuen uns, wenn bald viel mehr Menschen dieses elegante Kleinod an der Lahn entdecken“, so Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß, Regierungsbeauftragte für das Welterbe.

„Ich freue mich sehr und ich bin auch ein wenig stolz auf unsere kleine Stadt und ihre große Geschichte. Ich bin dankbar, dass wir an diesem gemeinsamen europäischen Projekt mitarbeiten dürfen. Welterbe bedeutet für uns gleichermaßen Chance und Verpflichtung. Wir haben nunmehr die Verantwortung für ein Gut, welches die Unesco als Teil des kulturellen Erbes der Menschheit anerkannt hat“, betonte Oliver Krügel, Stadtbürgermeister von Bad Ems.

Dem schließt sich auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau, Uwe Bruchhäuser, an: „Bis hierhin war es für alle Beteiligten ein langer Weg, viele waren an der Team-Leistung einer erfolgreichen Bewerbung beteiligt. Das Land Rheinland-Pfalz hat den Antrag von Beginn an unterstützt. Bad Ems gehört bereits mit dem Limes zum Weltkulturerbe. Die zweite Auszeichnung eröffnet neue Möglichkeiten und Chancen für die Stadt und die Region.“

Das neue länderübergreifende Welterbe repräsentiert die bedeutendsten Kurstädte Europas: Bad Ems, Baden-Baden und Bad Kissingen in Deutschland, Spa in Belgien, Vichy in Frankreich, Montecatini Terme in Italien, Baden bei Wien in Österreich, Bath in Großbritannien und Karlovy Vary (Karlsbad), Mariánské Lázně (Marienbad) und Františkovy Lázně (Franzensbad) in der Tschechischen Republik. Diese Kurstädte wurden größtenteils um natürliche Mineralquellen herum gegründet und stellen zusammen ein außergewöhnliches Zeugnis für die europäische Kur dar, die ihre Blütezeit hauptsächlich vom frühen 18. Jahrhundert bis zum ersten Drittel des 20. Jahrhunderts erlebte.

Charakteristisch für dieses Phänomen ist die Kombination von Kur- und Therapieverfahren mit einem breiten Vergnügungsangebot, das sich in spezifischen städtebaulichen Formen und Architekturtypen widerspiegelt. Ensembles von Kurgebäuden wie Badehäuser, Trinkhallen und Kolonnaden werden ergänzt durch elegante Festsäle, Casinos, Theater und andere kulturelle Einrichtungen. Sie sind integriert in eine sorgfältig gepflegte Landschaft mit Mineralquellen, Parks, Gärten, Promenaden und Sportplätzen. Die umgebende Landschaft wird für körperliche Aktivitäten im Rahmen der medizinischen Therapie genutzt, aber auch einfach zur Entspannung. Die Kurstädte waren die einzigen Orte in Europa, die kulturell mit großen Metropolen konkurrierten. Sie wurden zu einer geistigen, künstlerischen, sozialen und politischen Inspirationsquelle. Als Orte, an denen sich die verschiedenen sozialen Schichten auf ungewöhnliche Weise begegnen konnten, trugen sie zur Demokratisierung der europäischen Gesellschaft bei.