Untersuchung und Restaurierung der Außentore von Burg Eltz

Burg Eltz gehört zu den besterhaltenen mittelalterlichen Burganlagen in Rheinland-Pfalz. Bei den seit Jahren laufenden Restaurierungsarbeiten kommt es immer wieder zu Entdeckungen. Nun konnte für eines der Außentore ein überraschend hohes Alter ermittelt werden.

Die Baugeschichte von Burg Eltz reicht bis ins hohe Mittelalter zurück, prägende bauliche Veränderungen wurden zuletzt im 19. Jahrhundert vorgenommen. Von dieser langen Geschichte zeugen auch die vier Außentore, die derzeit restauriert werden.

Zu ihnen zählen das Haupttor und das Moselkerner Tor an den äußeren Zugängen zur Burg. Durch eine Inschrift sind die baugleichen Tore eindeutig auf 1893 zu datieren. Sie beeindrucken durch ihre archaisch wirkenden Eichenholzkonstruktionen mit schweren, geschmiedeten Eisenbeschlägen.

Das Schellentor und das Kläppchentor an den inneren Zugängen zum Burghof weisen noch schlichtere, gröber gearbeitete Konstruktionen auf, ihre Entstehungszeit war bislang unklar.

Die Toranlagen sind in ständiger Nutzung. In der Vergangenheit erfolgten Reparaturen und konstruktive Veränderungen, zuletzt hatten Witterungseinflüsse den Toren aber stark zugesetzt. Insbesondere das Kläppchentor und das Moselkerner Tor befanden sich in einem sehr schlechten Erhaltungszustand und bedurften dringend umfassender Konservierungsmaßnahmen.

Es erfolgte zunächst eine eingehende restauratorische Untersuchung der Tore hinsichtlich ursprünglicher Technologie, späterer Veränderungen, Schadensbildern und Schadensursachen. Mittels Dendrochronologie – einer vergleichenden Analyse gemessener Jahrringkurven – konnte das Schellentor inzwischen auf eine vermutliche Entstehungszeit um 1500(!) datiert werden. Anhand vorgenommener Farbschichtanalysen wurden für die Außentore ursprüngliche, schwarze Anstriche festgestellt.  Zusätzliche Informationen konnten über Bildrecherchen gewonnen werden.

Ziel der jetzt durchgeführten Maßnahmen ist die weitgehende Erhaltung der historischen Substanz. Nur wo statisch notwendig, soll abgängiges Material nach Abwägung entfernt und neu ergänzt werden. Historische Veränderungen, Nutzungs- und Alterungsspuren sollen weiterhin ablesbar bleiben. Eine besondere Herausforderung stellt dabei u. a. das Handling der besonders schweren und großen Objekte dar.

Haupttor und Schellentor sind inzwischen fertiggestellt und wieder eingebaut, die Montage des Moselkerner Tors und des Kläppchentors soll in der Besucherfreien Winterpause erfolgen.   

Martin Hammer