Ein Wegekreuz aus drei Jahrhunderten

Mit dem Spatenstich im Februar 2020 begann die Neugestaltung des Kreuzplatzes in Schifferstadt, bei der auch das als Weißes Kreuz bekannte Wegekreuz konserviert und restauriert wurde.

Das Wegekreuz, welches jahrzehntelang das Bild an der südlichen Spitze des Platzes prägte, ist dessen Schwerpunkt und wird es auch nach der Neugestaltung wieder sein. Angeregt durch das Bürgerinteresse an der Platzneugestaltung und das Engagement von Anwohnenden für ihr Weißes Kreuz, wurde auch die Landesdenkmalpflege zu den Planungen hinzugezogen. Mit dem Abbau und der temporären Einlagerung des Wegekreuzes ergab sich die einmalige Möglichkeit, das Objekt eingehender zu begutachten und hinsichtlich notwendiger Konservierungs- sowie Restaurierungsmaßnahmen zu untersuchen. Dabei musste leider festgestellt werden, dass der in der Denkmalliste aufgeführte Barocksockel, welcher das Kruzifix von 1816 trug, in einer undokumentierten Maßnahme bereits vor einigen Jahrzehnten durch eine Nachbildung ersetzt worden war. Erfreulicherweise konnte jedoch ein bis dato unbekanntes, profiliertes Sockelfundament entdeckt und geborgen werden. Über historische Fotografien ließ sich belegen, dass der barocke Sockel einst mit dem wiederentdeckten Fundament eine gestalterische Einheit bildete und noch in den 1960er Jahren ein sichtbarer Bestandteil des Denkmals war. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurde nicht nur der barocke Sockel ausgetauscht, sondern es verschwand nach und nach auch das profilierte Fundament unter dem umgebenden Erdreich und blieb somit den Betrachtenden lange verborgen. Nach Abschluss der Restaurierungsmaßnahmen wird das Wegekreuz auf dem neugestalteten Platz wieder aufgestellt werden. Die Betrachtenden werden den historisch gewachsenen Bestand des Wegekreuzes nicht unbedingt direkt bemerken, aber mit dem wiederentdeckten Fundamentsockel wird auch das heute älteste erhaltene Element von 1650 wieder ein erlebbarer Bestandteil des Denkmals sein.

Niklas Underwood