Finale der Wanderausstellung „Schätze des Landes“ in Mainz eröffnet

Die für das kulturelle Erbe des Landes zuständige Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß hat die letzte Station der Wanderausstellung „Unsere Heimat: Schätze des Landes Rheinland-Pfalz“ eröffnet. Passend zum 75-jährigen Jubiläum von Rheinland-Pfalz feiert die Schau vom 31. März bis 29. Mai 2022 ihr großes Finale im Landesmuseum Mainz.

Seit fünf Jahren zieht die Wanderausstellung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) durchs Land und präsentiert an unterschiedlichen Orten ausgewählte Objekte, kombiniert mit Fotografien von Bürgerinnen und Bürgern – sogenannten Kulturerbinnen und Kulturerben – aus der jeweiligen Region. Dadurch entstehen neue, ungewöhnliche und sehr individuelle Bezüge zum gemeinsamen kulturellen Erbe des Landes.

„Auch wenn das Land Rheinland-Pfalz erst 75 Jahre jung ist, so sind seine Regionen dennoch Teil einer der bedeutendsten europäischen Kulturlandschaften mit einer über viele Jahrtausende währenden kontinuierlichen Geschichte. Die Wanderausstellung zeichnet gewissermaßen diese reiche Kultur-, Wirtschafts- und Industriegeschichte nach. Beim krönenden Abschluss im Landesmuseum Mainz können dabei in vielen Fällen erstmals auch Originalexponate gezeigt werden. Die Ausstellung ermöglicht einen neuen Blick auf die Geschichte unseres Landes, die voller Schätze ist, die es zu entdecken gilt“, sagte Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß, die als Kulturerbin selbst in der Ausstellung vertreten ist.

Oberbürgermeister Michael Ebling konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen, lässt als Kulturerbe aber ausrichten: „Vertrautheit, Verwandtschaft, Zugehörigkeit – das sind nur einige der vielen positiven Assoziationen, die wir mit dem Begriff Heimat verbinden. Doch gerade in diesen Wochen erleben wir auch mindestens ebenso stark, was es heißt, die Heimat zu verlieren, sie zerstört und verwüstet zu sehen. Die schrecklichen Bilder aus der kriegsversehrten Ukraine, sie haben sich uns allen eingebrannt. Ich wünsche mir sehr, dass die Menschen aus der Ukraine, aber auch aus vielen anderen Ländern dieser Welt, welche in Mainz Zuflucht gefunden haben, hier zumindest eine Heimat auf Zeit finden“, so Ebling.

In der Ausstellung „Unsere Heimat: Schätze des Landes Rheinland-Pfalz“ werden ausgewählte Objekte aus verschiedenen Bereichen wie Archäologie, Kunst, Architektur oder Technik präsentiert und teils mit Bürgerinnen und Bürgern aus Rheinland-Pfalz in Verbindung gebracht, die wiederum mit Objekten ihrer Heimat eine Beziehung aufgebaut haben. Sie treten dabei auf ganz individuelle Art und Weise in einen Dialog mit ihrem persönlichen Kulturerbe und werden so auch selbst zu einem Stück Kulturerbe. Die Ausstellung richtet ihren Blick auf das reichhaltige kulturelle Erbe in all seinen Facetten, Gattungen und zeitlichen Einordnungen. Sie macht neugierig auf einzigartige Schätze und will die Menschen von heute berühren und ansprechen, denn sie sind die Erbinnen und Erben der Kulturlandschaft Rheinland-Pfalz.

„Heimat kann ein Ort sein, eine Region oder ein kleines Waldstück – Heimat kann auch Sprache sein, ein Stück Sehnsucht oder ein Wiedersehen, der Bäcker an der Ecke, die Silhouette einer Stadt sowie eine typische Landschaft oder eine außergewöhnliche Kulturstätte. Heimat ist so viel, für jeden etwas anderes und vor allem so alt wie die Menschheit“, verdeutlichte die Generaldirektorin der GDKE, Dr. Heike Otto, den Ansatz der Ausstellung.

Gestartet war die Wanderausstellung am Rheinland-Pfalz-Tag im Juni 2019 in Annweiler. Zuvor konnte die „Basis-Ausstellung“ mit knapp 15 Stationen bereits im Herbst 2018 in Xi’an in China und in Kigali im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda gezeigt werden. Nach dem Auftakt in Annweiler hatte sie 2019 noch die Orte Kaub und Mayen sowie im Jahr 2020 Idar-Oberstein, Boppard, Andernach, Oberwesel, Neustadt an der Weinstraße und Koblenz besucht. Zuletzt war die Ausstellung zu Gast in Landau.

Im Landesmuseum Mainz werden erstmals alle bisherigen Stationen und Orte zusammengeführt und gemeinsam präsentiert. Anhand von insgesamt 40 Stationen wird damit die kulturelle Vielfalt von Rheinland-Pfalz mit ihren Kulturpatinnen und Kulturpaten an zahlreichen Beispielen deutlich. Begleitend zur Ausstellung wird im Landesmuseum Mainz eine Vortragsreihe ausgerichtet. Den Auftakt übernimmt Dr. Heike Otto, die Generaldirektorin der GDKE. Anschließend werden die Direktorinnen und Direktoren der einzelnen GDKE-Direktionen sowie der drei rheinland-pfälzischen Landesmuseen in Trier, Koblenz und Mainz zu Vorträgen erwartet.